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Johanna Spyri ist die wohl bekannteste Schweizer Autorin im Ausland. Ihren Weltbestseller und beispiellosen Dauerbrenner «Heidis Lehr- und Wanderjahre» schrieb sie als 52-Jährige während weniger Wochen. Er erschien 1880. Nur ein Jahr später folgte der zweite Band «Heidi kann brauchen, was es gelernt hat». Spyris Heidi-Geschichte wurde in über 50 Sprachen übersetzt und etliche Male verfilmt. Johanna Spyri wuchs in Hirzel auf und lebte später in Zürich, wo sie 1901, 74-jährig, starb.
Johanna Spyri wuchs als Tochter des Arztes Johann Jacob Heusser und der pietistischen Dichterin Meta Heusser-Schweizer in der kleinen Landgemeinde Hirzel auf. Mit sechzehn verbrachte sie zwei Jahre in einem Internat in Yverdon. Vom 18. bis zum 25. Lebensjahr wohnte sie wieder zu Hause, unterrichtete ihre jüngeren Geschwister und half der Mutter im Haushalt. 1852 heiratete sie den Juristen und Redakteur Bernhard Spyri, der ab 1868 Stadtschreiber von Zürich war. Die beiden hatten einen Sohn mit Namen Bernhard, welcher 1884, mit 28 Jahren, an Tuberkulose starb. Sein Vater starb noch im selben Jahr.
Johanna Spyris Ehe war nicht sonderlich glücklich. Johanna mochte die Hausarbeit nicht, und während der Schwangerschaft geriet sie in eine tiefe Depression, die jahrelang anhielt. Etwas Trost in diesen schweren ersten Ehejahren war ihre Freundschaft mit Betsy Meyer, der Schwester Conrad Ferdinand Meyers. Johanna schrieb Betsy sehr leidenschaftliche Briefe: «Liebe Betsy, findest Du wohl Zeit, mir einige Worte zu sagen? Ich harre mit Sehnsucht darauf; lass mich nicht zu lange allein ohne Dich, Du weisst die Lücke, die Du mir machst» (1858). Die Freundschaft mit Betsy Meyer zerbricht später.
Die beiden Kinderbücher «Heidis Lehr- und Wanderjahre» (1880) und «Heidi kann brauchen, was es gelernt hat» (1881) gehören weltweit zu den bekanntesten und beliebtesten Kinderbüchern. Mit ihren Heidi-Büchern schuf Johanna Spyri ein noch heute weit verbreitetes romantisches und idealtypisches Bild der Schweiz. Die beiden Romane wurden in über 50 Sprachen übersetzt, die Gesamtauflage beträgt mittlerweile mehr als 50 Millionen Exemplare und der Stoff wurde 18 Mal verfilmt.
Der Erfolg der Heidiromane verschafft Johanna Spyri einen sehr komfortablen Lebensabend. Während ihren letzten Lebensjahren schreibt sie weitere Kindergeschichten, reist viel und tauscht sich regelmässig mit Conrad Ferdinand Meyer aus.
Den Erfolg von Heidi bezeugen die Fortsetzungen der Geschichte, welche andere Autoren verfasst haben. Vor allem aber die zahlreichen Bearbeitungen für Film und TV, Radio und Bühne verhalfen dem Stoff zu ungemeiner Popularität. Viel zu dieser Popularität trug die in den 70er-Jahren in Japan produzierte Zeichentrickfilmserie bei, welche auch heute noch fester Bestandteil des Kinderprogramms ist
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