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Inszeniert wird «Heidi – Das Musical, Teil 2» als Doppelgeschichte, in der Johanna Spyris Lebensrealität die Welt ihrer Romanfiguren prägt und beeinflusst. «Heidi – Das Musical, Teil 2» setzt mit dem Erfolg von Spyris erstem Heidiroman ein. Die Freude darüber währt allerdings nicht lange. Denn der Tod ihres Ehemannes wirft sie aus der Bahn und weckt schmerzhafte Erinnerungen an das Sterben ihres einzigen Kindes Bernhard. Die Arbeit an ihrem zweiten Heidiroman, «Heidi kann brauchen, was es gelernt hat», hilft Johanna, wieder Tritt im Leben zu finden. Aber nicht nur das Schreiben lenkt Johanna in ihren dunklen Stunden ab, auch ihre Freundin Betsy bemüht sich sehr um sie. Ist es doch Betsy, welche Johanna dazu überredet, nach Montreux zu reisen und dort die Belle Epoque in der gehobenen Gesellschaft zu geniessen.

In Montreux begegnet Johanna nach Jahren wieder Betsys Bruder, dem Schriftsteller Conrad Ferdinand Meyer. Eine Begegnung, die den Beginn tiefer Zuneigung markiert, welche von ihrer beidseitigen Leidenschaft für literarisches Schaffen lebt. Aber nicht nur das Schreiben verbindet die beiden. Sowohl C. F. Meyer wie auch Johanna Spyri wissen aus eigener Erfahrung, wie es sich anfühlt, wenn Trauer die Seele so verfinstert, dass jede Hoffnung und Lebensfreude schwindet. Zudem bewegen sich zwar beide in bester Gesellschaft, Johanna lange Zeit als Frau des Zürcher Stadtschreibers und C. F. Meyer als Ehemann der Tochter des Zürcher Stadtpräsidenten, doch beide bekunden Mühe mit der Oberflächlichkeit und der Gefühlsarmut, welche dieser Gesellschaftsschicht eigen ist.
So verwundert es nicht, dass sich aus der anfänglichen Freundschaft zwischen den beiden eine Liebe entwickelt, welche sowohl das Leben Johanna Spyris wie auch das ihrer Romanfiguren nachhaltig prägen wird. Lange Zeit scheint es, als könnte es Johanna Spyri und C. F. Meyer gelingen, aus den gesellschaftlichen Konventionen auszubrechen. Doch Verrat und Missgunst in ihrem engsten Umfeld holen die beiden ein. Johanna erlebt am eigenen Leibe, wie Liebe und Eifersucht, Freundschaft und Verrat Hand in Hand gehen können, und bleibt hilflos, einsam und verzweifelt zurück. Von Johannas Verzweiflung bleibt auch Heidis bis anhin heile Welt nicht verschont. Erst kurz vor Abgabe des Manuskriptes entschliesst sich Johanna dazu, Heidis Welt ein versöhnlicheres Ende zu gönnen…

Im Dörfli sorgt der angekündigte Besuch von Klara, Frl. Rottenmeier und Herrn Sesemann für viel Freude und Aufregung. Johannas Erlebnisse in Zürich und Montreux kommen erneut in Berührung mit der Heidi-Geschichte.
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